Gratis: Neuer Gehirndoping-Bericht

Wer hat nicht schon einmal vom Gehirndoping (Neuroenhancement) gehört? Laut Medienberichten verwenden 20 bis 30 Prozent der Studierenden verschreibungspflichtige Stimulanzien während der Klausurvorbereitung. Stimmen diese Meldungen? Und was wissen wir über die Wirkungsweise von Amphetamin, Ritalin und Microdosing? Verpassen Sie etwas, wenn Sie nicht mitmachen? Oder handelt es sich nur um den nächsten Hype? Dieser neue Bericht fasst Ergebnisse aus über 15 Jahren Forschung zusammen und ist gratis verfügbar.

Schneller, besser, effizienter: Wer kennt nicht die Erwartung, dass alles immer weiter optimiert werden muss? Schon in der Schule haben wir vom lebenslangen Lernen gehört. Die Regierungen hochentwickelter, doch rohstoffarmer Länder betrachten ihre Bevölkerung mitunter als ‚geistiges Kapital‘. Und in der Arbeitspsychologie ist es schon lange üblich, Angestellte als ‚Humanressource‘ zu verstehen. Gleichzeitig klagen Menschen über immer mehr Stress und nimmt die Diagnose von Burn-out-Zuständen und Depressionen immer weiter zu.

Vor diesem Hintergrund überrascht es nicht, wenn Gehirndoping ernsthaft diskutiert wird. Bietet die Pharmakologie Lösungen für die Probleme unserer Zeit? Welches Potenzial haben Drogen, die viele Menschen aus eigener Entscheidung konsumieren, zur Leistungsverbesserung? Macht eine Pille aus einem Durchschnittsmenschen einen ‚kleinen Einstein‘? Medienberichte spielen häufig mit solchen Hoffnungen – oder zeichnen ein Schreckensbild.

Über 15 Jahre Forschung

Stephan Schleim forscht seit über 15 Jahren zum Thema und beleuchtet es aus sozialwissenschaftlicher, pharmakologischer und philosophischer Sicht. Im jetzt gratis vorliegenden Abschlussbericht des vom niederländischen Forschungsrat NWO geförderten Projekts ‚Geschichte der Neuroethik‚ werden die Ergebnisse von über 70 Jahren wissenschaftlicher Forschung allgemeinverständlich zusammengefasst. Der Bericht behandelt auch den neuen Trend des Microdosing, also der Verwendung kleinster Mengen psychedelischer Substanzen wie LSD.

In bisher einzigartiger Form behandelt der Bericht auch die ethischen Werte, die für oder gegen eine pharmakologische Verbesserung des Menschen sprechen. Das Thema wird außerdem zum instrumentellen Substanzkonsum in Bezug gesetzt. Das heißt, dass Menschen nachweislich schon seit Jahrtausenden psychoaktive Stoffe zum Erreichen bestimmter Ziele verwenden. Ein Abschnitt am Ende widmet sich der Beantwortung häufig gestellter Fragen und ergänzt den Bericht damit um eine persönliche Perspektive.

Den Gratis-Bericht erhalten Sie über die Download-Seite. Alternativ ist auch die Fassung auf englisch oder niederländisch Verfügbar.

Haben Sie eigene Fragen zum Thema Gehirndoping? Stellen Sie sie gerne im Kommentarbereich.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.